Chios-Mastixöl
Das Chios-Mastixöl ist das einzige ätherische Öl, das aus dem Harz des Mastix, der „Träne“ des mastixtragenden Baumschneppers (Pistacia lentiscus var. chia), gewonnen wird, eines endemischen Strauchs, der ausschließlich im südlichen Teil der Insel Chios gedeiht. Das natürliche Harz, das Chios-Mastix, ist eines der ersten Naturprodukte, das vom Menschen sowohl als Kaugummi als auch als Arzneimittel verwendet wurde, mit einer Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Das Mastixöl, als Destillationsprodukt dieses Harzes, stellt eine konzentrierte Form der aromatischen und bioaktiven Bestandteile des Mastix dar. Die weltweite Einzigartigkeit dieses Öls ist untrennbar mit dem geografischen Gebiet und den traditionellen Anbaumethoden verbunden, die auf europäischer Ebene anerkannt und geschützt sind und es zu einem der bedeutendsten Exportprodukte Griechenlands machen.
Das Chios-Mastixöl, auch bekannt als Ätherisches Öl des Chios-Mastix oder Mastic Essential Oil, besitzt die offizielle Anerkennung als Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.). Diese Anerkennung basiert auf dem technischen Dossier „CHIOS-MASTIX UND SONSTIGE PRODUKTE“ (Beschluss des Landwirtschaftsministers 317707/1994, Regierungsanzeiger 17/B’/1994), das in die Verordnung (EG) Nr. 123/97 eingetragen wurde. Mastixöl (Klasse 33.01.30.00) wird streng als das Produkt definiert, das ausschließlich aus dem natürlichen „CHIOS-MASTIX“ (g.U.) durch Destillation gewonnen wird, und seine Herstellung muss ausschließlich innerhalb der Verwaltungsgrenzen der Mastixdörfer der Insel Chios erfolgen. Seine technischen Merkmale, wie seine flüssige Farbe (weiß oder gelblich) und der intensive, charakteristische Duft und Geschmack des Mastix, werden durch spezielle Rechtsvorschriften bestätigt, die seine Authentizität und hohe Qualität gewährleisten.
Das geografische Anbaugebiet des Mastixöls ist Süd-Chios, das die 24 Mastixdörfer Vavíli, Vessa, Eláta, Méssa und Éxo Didýma, Tholó Potámi, Thymianá, Kalamotí, Kallimasiá, Karyés, Kataráktis, Kiní, Livádia, Lithí, Mestá, Nénita, Olýmboi, Patriká, Pyrgí, Skoupiá, Épos, Agii Theódori, Agios Geórgios Sykúsis und Armólia umfasst. Die Einzigartigkeit des Produkts ist unmittelbar mit dem äußerst besonderen Mikroklima der Region verbunden, das trocken und warm ist, mit milden Wintern und hoher Sonneneinstrahlung. Der Boden ist überwiegend kalkhaltig und arm an organischer Substanz, aber reich an Spurenelementen. Die Kombination dieser edaphoklimatischen Faktoren (Trockenheit, Temperatur, Bodentyp) mit dem Vorkommen der endemischen Unterart Pistacia lentiscus var. chia ist der Hauptgrund dafür, dass der Mastixbaum dieses bestimmte Harz ausscheidet, das er in keinem anderen Gebiet der Welt produziert. Die abgegrenzte geografische Zone umfasst die Anbauflächen der Gemeinden, die sich traditionell mit dem Anbau und der Produktion des Chios-Mastix beschäftigen, der den Rohstoff für das Mastixöl darstellt.
Die Herstellung des Mastixöls ist untrennbar mit dem traditionellen Anbau des Chios-Mastix verbunden, der als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO (2014) geschützt ist.
Das Herstellungsverfahren des ätherischen Öls umfasst die folgenden Schritte:
- Ernte des Mastix: Der Rohstoff ist das natürliche Harz. Die Ernte erfolgt in der Zeit von Juli bis September nach dem „Stechen“ (Einschneiden des Baumstamms), bei dem das Harz ausläuft und auf dem zuvor gereinigten und mit weißem Pulver bestreuten Boden (dem „Tisch“) erstarrt (das „Weißeln“).
- Reinigung: Der rohe Mastix wird sorgfältig von Erde, Steinen und Fremdkörpern gereinigt, traditionell von Hand (das „Sieb“ und das „Waschen“), bis er zu reinen, weißen oder hellgelben „Kristallen“ geworden ist.
- Destillation (Hydrodestillation oder Wasserdampfdestillation): Der gereinigte Mastix wird in Destillierapparate (Kessel) gebracht, wo er in Gegenwart von Wasser oder durch Einleitung von überhitztem Dampf erhitzt wird. Beim Erhitzen verdampfen die flüchtigen Bestandteile (ätherische Öle) des Mastix.
- Kondensation: Die Dämpfe werden in einen Kühler geleitet, wo sie verflüssigt werden. Das Ergebnis ist ein zweiphasiges Gemisch, das aus dem Mastixöl (der oberen, öligen, leichteren Phase) und dem wässrigen Destillat (Mastixblütenwasser) besteht.
- Trennung und Standardisierung: Das ätherische Öl wird mit Hilfe eines Separators (Florentiner) vom Wasser getrennt und in Flaschen standardisiert, wobei sein charakteristisches Aroma und seine Qualität als g.g.A.-Produkt erhalten bleiben.
Der Anbau von Mastix und die Produktion von Mastixöl bilden den Kern der wirtschaftlichen und sozialen Struktur im Süden von Chios. Das Produkt ist unmittelbar mit dem Primärsektor und der Beschäftigung der lokalen Bevölkerung verknüpft. Die Genossenschaft der Mastixproduzenten von Chios (E.M.X.), eine sekundäre Genossenschaft, kontrolliert exklusiv die Produktion und den Vertrieb des natürlichen Mastixharzes und seiner Produkte, einschließlich des Mastixöls g.g.A., und sichert so ein stabiles Einkommen für die Familien der Mastixdörfer. Die Monokultur des Mastix wirkt als wesentlicher Entwicklungshebel für die Insel, da sie die Wirtschaft, die Erhaltung der ländlichen Bevölkerung sowie den Schutz der natürlichen Umwelt und der Kulturlandschaft der Mastixdörfer unterstützt.
Die Verwendung von Mastix lässt sich mindestens bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen, als Herodot erwähnte, dass die Griechen das Harz zur Reinigung der Zähne und für frischen Atem kauten. Hippokrates und Dioskurides priesen seine heilenden Eigenschaften für das Verdauungssystem. In byzantinischer und vor allem in genuesischer Zeit (14.–16. Jahrhundert) wurde Mastix zu einem der wertvollsten Handelsgüter des Mittelmeerraums und war bekannt als „das weiße Gold von Chios“. Die Herstellung von Mastix und die anschließende Destillation zu Mastixöl stellen ein ununterbrochenes kulturelles Erbe dar, das durch die traditionellen Anbau- und Erntetechniken, die in den Mastixdörfern von Generation zu Generation weitergegeben werden, lebendig erhalten wird.
Als g.U.-Produkt hat die Qualität des Mastixöls von Chios (und seines Rohstoffs, des Mastix von Chios) internationale Anerkennung erhalten.
- Auszeichnung für Kulturerbe: Der traditionelle Anbau des Mastix von Chios, der in direktem Zusammenhang mit der Herstellung des Mastixöls steht, wurde in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO eingetragen (Jahr: 2014).
- Produkte mit Mastixöl: Abgeleitete Produkte, die Mastixöl als Hauptbestandteil verwenden, wie der Mastixlikör von Chios, haben bei Geschmacks- und Qualitätswettbewerben zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten.
Chios-Mastixöl gilt traditionell nicht als Lebensmittel mit bedeutendem makronährstofflichem Wert (Proteine, Kohlenhydrate, Fette), sondern wird der Kategorie der ätherischen Öle zugeordnet, wobei sein Wert in der hohen Konzentration bioaktiver Verbindungen liegt. Seine chemische Zusammensetzung, die auch die Quelle seiner wohltuenden Eigenschaften ist, wurde von der wissenschaftlichen Gemeinschaft ausführlich untersucht.
- Hauptbestandteile: Mastixöl besteht hauptsächlich aus Monoterpenen (Anteil zwischen 90–95 %) und in geringerem Maße aus Sesquiterpenen.
- Primäre bioaktive Verbindung: Die wichtigste Verbindung ist α-Pinen, das häufig mehr als 80 % der Gesamtzusammensetzung ausmacht. Weitere bedeutende Bestandteile sind β-Myrcen, Limonen und β-Pinen.
- Wohltuende Wirkungen: Dieser einzigartige Aufbau, insbesondere der hohe Gehalt an α-Pinen, wird für die starke antimikrobielle (gegen pathogene Bakterien wie Helicobacter pylori), antioxidative, entzündungshemmende und antimykotische Wirkung des Öls verantwortlich gemacht, wodurch es in der Pharmazie, der Zahnheilkunde und der Kosmetologie von großem Wert ist.
Chios-Mastixöl gilt traditionell nicht als Lebensmittel mit bedeutendem makronährstofflichem Wert (Proteine, Kohlenhydrate, Fette), sondern wird der Kategorie der ätherischen Öle zugeordnet, wobei sein Wert in der hohen Konzentration bioaktiver Verbindungen liegt. Seine chemische Zusammensetzung, die auch die Quelle seiner wohltuenden Eigenschaften ist, wurde von der wissenschaftlichen Gemeinschaft ausführlich untersucht.
- Hauptbestandteile: Mastixöl besteht hauptsächlich aus Monoterpenen (Anteil zwischen 90–95 %) und in geringerem Maße aus Sesquiterpenen.
- Primäre bioaktive Verbindung: Die wichtigste Verbindung ist α-Pinen, das häufig mehr als 80 % der Gesamtzusammensetzung ausmacht. Weitere bedeutende Bestandteile sind β-Myrcen, Limonen und β-Pinen.
- Wohltuende Wirkungen: Dieser einzigartige Aufbau, insbesondere der hohe Gehalt an α-Pinen, wird für die starke antimikrobielle (gegen pathogene Bakterien wie Helicobacter pylori), antioxidative, entzündungshemmende und antimykotische Wirkung des Öls verantwortlich gemacht, wodurch es in der Pharmazie, der Zahnheilkunde und der Kosmetologie von großem Wert ist.